Am 6.11.2019 haben wir zusammen mit den Jusos eine spannende historische Stadtführung erlebt. Das zentrale Thema der Führung waren die Spuren aus der NS-Zeit in Braunschweig. Gestartet sind wir mitten auf dem Schlossplatz bei einer vorerst unscheinbaren Erinnerungstafel an die Bücherverbrennung. Das ehemalige Residenzschloss diente als SS-Junkerschule, weshalb auf dem Schlossplatz aus Propagandazwecken regelmäßig Aufmärsche der NSDAP stattfanden.

Kaum vorstellbar, aber die Einbürgerung Adolf Hitlers fand durch den Freistaat Braunschweig statt, da hier die NSDAP mit Dietrich Klagges seit 1930 schon früh viel Einfluss hatte. So war die NSDAP bereits 3 Jahre vor der bundesweiten Machtübernahme an der Regierung in Braunschweig beteiligt, was Braunschweig strategisch für die NSDAP unglaublich wichtigmachte. Neben der Tötung und Deportation von Juden, folgte auch die radikale Niederschlagung des Widerstandes. Der nächste Stopp in der Stadtführung führte uns dabei zum Volksfreundhaus im Magniviertel. Hier stürmten 1933 die SS und SA das Volksfreundhaus, weil sich der Widerstand dort organisierte. Die Widerstandskämpfer*innen wurden mehrere Stunden von den SS-Hilfsmännern misshandelt und auch nach der Räumung diente das Haus als Schutzgefängnis und Folterstätte für die faschistische Regierung.

Außerdem kamen wir auf unserem Weg an zahlreichen Stolpersteinen vorbei, die auch in Braunschweig überall verteilt sind und an die Schicksale der Opfer des NS-Regimes erinnern. Die Geschichten zu den Menschen zu hören, war unglaublich berührend, erschreckend und traurig.

Geendet hat die Stadtführung bei der Gedenkstätte in der Schillstraße. Denn in Braunschweig gab es aufgrund der industriellen Hochburg ein KZ-Außenlager, in dem zahlreiche Juden ums Leben kamen. Zum Abschluss gab es noch ein Video zu einem Interview von einem Juden, der die NS-Zeit in Braunschweig überlebt hat. Unser Respekt gilt allen Betroffenen, die so offen über ihre Lebensgeschichte reden und damit einen sehr wichtigen Teil zu der Erinnerungskultur beitragen!

Bis heute ist das Gedenken und Erinnern an die nationalsozialistischen Verbrechen enorm wichtig. Dazu gehören eben auch genau solche Stadtführungen, die über die Historie informieren. Denn auch Braunschweig ist Teil einer faschistischen Vergangenheit, das darf niemals vergessen werden.

Wir als Grüne Jugend verachten jegliche Form von Diskriminierung und Ausgrenzung! Dazu gehört auch, nationales Denken zu überwinden und sich rechten Parteien und Bewegungen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, entgegenzustellen! Nationalismus und Faschismus sind leider nicht nur Teil der Vergangenheit, sondern immer noch auch Teil der Gegenwart! Wir kämpfen dafür, dass die Zukunft bunt, solidarisch, weltoffen und nazifrei wird, damit sich die Historie auch in Braunschweig niemals wiederholt!