Am Sonntag war wieder Verkaufsoffener Sonntag inklusive einer großen Automeile in Braunschweig, die Stadt war voll. Wir finden das in zweierlei Hinsicht beschissen. Zum einen ist die Automeile ein völlig falsches Zeichen für die zukünftige Mobilität, denn eine Mobilitätswende weg vom motorisierten Individualverkehr, hin zum ÖPNV und Radverkehr, ist schon lange dringend notwendig. Verkaufsoffene Sonntage sind uns schon ewig ein Dorn im Auge. Sie sind Feiertage für den Konsum, der letztlich auch ein treibender Faktor für die Zerstörung unserer Welt und damit unserer Lebensgrundlage ist. Des weiteren ist unser Wohlstand und der damit verbundene Konsum aufgebaut auf der Ausbeutung und dem Leid anderer Menschen. Diese Hochglanzindustrie verdeckt mit ihren unzählbaren Werbungen und Angeboten was wirklich hinter ihren Produkten steckt, Zerstörung der Umwelt, Verschwendung der Ressourcen, Ausbeutung und Tod. Außerdem schaffen diese Werbungen Bedürfnisse, die wir eigentlich gar nicht haben, auf die wir aber blind herein fallen. Die Grüne Jugend fordert schon lange einen nachhaltigen Umgang mit Konsumgütern. Auch fordern wir, dass jede Person in den Produktionsprozessen fair bezahlt wird und nicht nur einige wenige profitieren. Außerdem müssen ebendiese Produktionsprozesse reduziert werden und einer ökologischen Norm angepasst werden.

Um diesem Fest des Konsums etwas entgegen zu setzen, haben wir am Sonntag dieses Event gestört. Wir sind mit Einkaufstüten auf dem Kopf und Schildern in der Hand „Konsum macht blind“-rufend durchs Schloss gelaufen. Es war eine relativ erfolgreiche Aktion, weil wir sehr viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Jedoch wurden wir nach ca. einer Stunde von der Security rausgeworfen, mit den Worten: „Weil wenn ein richtig reiner Deutscher euch sieht, dann denkt der, ihr seid Taliban, kriegt Angst und ruft die Polizei, haut ab!“

Vier Aktivist*innen bei unserer „Konsum macht blind“ Aktion am Sonntag vor dem Schloss